Veröffentlicht am: 16.01.2024 | Bearbeitet am: 16.01.2024 | Autor: A. Bogen

Tipps für die Karriere im öffentlichen Dienst - nicht nur für Beamte!

Für viele Berufseinsteiger ist der Öffentliche Dienst ein sicherer Hafen für die anstehende berufliche Entwicklung. Damit verbunden werden ausgewogene Arbeitszeiten und beeindruckende Karriereaussichten. In dieser faszinierenden Arbeitswelt mit ihren einzigartigen Herausforderungen und Chancen ist jedoch eine sorgfältige Vorbereitung vonnöten. Die Vielfalt der Bereiche im öffentlichen Dienst bietet eine breite Palette an Möglichkeiten, die jeweils individuelle Anforderungen stellen. Soll es dann auf der Karriereleiter hoch hinaus gehen, bedarf es noch mehr Erfahrung als allein durch die Ausbildung oder das Studium mit darauffolgender Berufserfahrung.

Für sogenannte „High Performer“ oder Personen, die schnell und nachhaltig aufsteigen möchten, gibt es zusätzlich einige Faktoren, die zu beachten sind. Bestimmte Strategien und Ansätze können beim Aufstieg enorm weiterhelfen.

Teil 1: Karrierevoraussetzungen für den öffentlichen Dienst

Voraussetzungen für die Arbeit als Angestellter oder Beamter im öffentlichen Dienst

Im Streben nach einer beruflichen Laufbahn im öffentlichen Dienst eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten und Chancen. Je nach Fachbereich kann es unterschiedliche Anforderungen geben, wie beispielsweise eine Mindestkörpergröße bei der Polizei. Der Weg zu einer Position als Beamter ist jedoch immer durch die gleichen klaren Grundvoraussetzungen definiert:

  • Staatsangehörigkeit: Für die meisten Positionen ist die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Mitgliedstaates erforderlich.
  • Grundgesetz: Als Beamter sollten Sie für die freiheitliche, demokratische Grundordnung einstehen.
  • Keine Haftstrafen: Bewerber dürfen in den fünf Jahren vor der Bewerbung keine Haftstrafe verbüßt haben. Außerdem sollte das Führungszeugnis einwandfrei sein.
  • Gesundheit: Damit die uneingeschränkte Dienstfähigkeit bescheinigt werden kann, wird die geistige und körperliche Gesundheit vorausgesetzt.
  • Schwerbehinderte Bewerber: Im Falle von schwerbehinderten Bewerbern darf eine Dienstunfähigkeit nicht innerhalb der folgenden fünf Jahre vorhersehbar sein.

Neben den allgemeinen Voraussetzungen ist ein umfassendes Verständnis für das System des öffentlichen Dienstes nötig. Das legt den Grundstein dafür, welche berufliche Laufbahn angestrebt wird und auf welchem Weg das geschehen soll. Die Vergütung hängt nämlich maßgeblich von der Zugehörigkeit zur Laufbahngruppe sowie der damit verbundenen Besoldungsgruppe ab, die das festgelegte Gehaltsniveau definiert.

Laufbahngruppen im öffentlichen Dienst

  • Einfacher Dienst: In dieser Laufbahngruppe wird ein Hauptschulabschluss benötigt, jedoch keine spezifische berufliche Qualifikation.
  • Mittlerer Dienst: Für den mittleren Dienst ist ein Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss nötig. Als Anforderung kommt dazu eine Berufsausbildung, die es abzuschließen gilt. Teilweise sind auch Quereinstiege möglich.
  • Gehobener Dienst: Für eine Laufbahn in dieser Gruppe ist der Besitz des (Fach-)Abiturs erforderlich. Der Einstieg erfolgt außerdem häufig durch den Abschluss eines dualen Studiums. Ein Direkteinstieg kann mit einem passenden Studienabschluss auch realistisch sein.
  • Höherer Dienst: Auch in dieser Laufbahngruppe ist zunächst das (Fach-)Abitur erforderlich. Anders als beim gehobenen Dienst ist im höheren Dienst ein höherer Universitätsabschluss wie Master, Diplom oder in manchen Fällen sogar eine Promotion notwendig. Für bestimmte Berufsgruppen wie Juristen, Lehrer oder Ärzte ist zudem ein Referendariat oder eine vergleichbare Zusatzausbildung Pflicht.

Je höher die Laufbahngruppe, desto höher ist auch der Verdienst. Diese Auflistung gibt aber nur einen allgemeinen Überblick und kann variieren, abhängig von spezifischen Behörden und Bundesländern. Es ist immer empfehlenswert, sich direkt bei der jeweiligen Behörde oder auf den entsprechenden Karriereportalen über die genauen Anforderungen zu informieren.

Der öffentliche Dienst zeichnet sich außerdem durch seine Strukturen, Hierarchien und Verantwortlichkeiten aus. Ein grundlegender Einblick, worauf es dementsprechend in der Vorbereitung überhaupt ankommt, ist daher zusätzlich dringend notwendig:

  • Verständnis für das System: Wichtig ist, die Strukturen, Funktionen und Prozesse des öffentlichen Dienstes auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene zu verstehen.
  • Flexibilität und Mobilität: Es sollte immer davon ausgegangen werden, dass es für neue oder höhere Positionen nötig sein kann, den Standort zu wechseln und umzuziehen.
  • Soft Skills: Entwickeln Sie kommunikative Fähigkeiten in Wort und Schrift, Konfliktlösungsfähigkeiten oder sogar Führungskompetenzen.
  • Politische Sensibilität: Im öffentlichen Dienst ist es wichtig, ein Gespür für politische Zusammenhänge und Diskretion zu haben. Es empfiehlt sich daher, aktuelle politische Entwicklungen, die den öffentlichen Dienst beeinflussen könnten, zu verfolgen.

Teil 2: Karriere machen im öffentlichen Dienst

Tipps für eine steile Karriere im öffentlichen Dienst: Nicht nur im hohen und höheren Dienst möglich!

Im öffentlichen Dienst gibt es sowohl traditionelle Karrierewege als auch solche für Personen mit besonders ambitionierten Aufstiegsplänen, die die höchste Ebene erreichen wollen. Es versteht sich von selbst, dass für höhere Positionen auch mehrere Gesichtspunkte beachtet werden müssen.

Langsam aber stetig: Tipps für den „normalen“ Karriereweg im öffentlichen Dienst

Der gewöhnliche Karriereweg im öffentlichen Dienst kann je nach der Art der Organisation und der Position variieren. Es gibt aber trotzdem einige Stufen, die in aller Regel für Beamt*innen und Tarifangestellte identisch verlaufen:

  1. Ausbildung und/oder Studium absolvieren: Abhängig von der angestrebten Laufbahn beim Staat ist eine spezifische Ausbildung oder ein Studium erforderlich. Auch ein duales Studium ist nicht ungewöhnlich.
  2. Berufseinstieg strategisch planen: Der Beginn der beruflichen Laufbahn als Angestellter oder Beamter beim Staat erfolgt häufig über eine grundlegende Position, die Raum für erste praktische Erfahrungen bietet.
  3. Berufserfahrung sammeln: Durch Praxiserfahrung und das Sammeln von Kenntnissen in verschiedenen Abteilungen im angestrebten Berufsfeld baut man ein solides Fundament auf.
  4. Fort- und Weiterbildungen machen: Eine regelmäßige Teilnahme an internen Schulungen, Seminaren und Fortbildungsprogrammen ist wichtig, um Fähigkeiten und Kenntnisse zu vertiefen und auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Schnell an die Spitze: Karrieretipps für High Performer im öffentlichen Dienst

Für eine ambitionierte Karriereentwicklung bis an die Spitze existieren bewährte Strategien, die es ermöglichen können, schneller das Ziel zu erreichen. Auch wenn der zusätzliche Einsatz mit einer erhöhten Arbeitsbelastung einhergeht, erweist er sich in der Regel als lohnenswert und nachhaltig im Hinblick auf die berufliche Entwicklung. Folgende Möglichkeiten können beim Karriere-Push helfen:

  • Zielgerichtete Qualifikationen erwerben: Absolvieren Sie gezielt Studiengänge oder Ausbildungen, die für höhere Positionen qualifizieren, etwa Master-Studien oder spezielle Verwaltungsstudiengänge.
  • Frühzeitiges Networking zahlt sich aus: Es schadet außerdem nie, Kontakte innerhalb der Behörde, des Amtes und in relevanten Fachkreisen Ihres angestrebten Berufsfeldes zu knüpfen.
  • Leistungsorientierung und Initiative zeigen: Das Zeigen von Engagement und (ganz besonders) Eigeninitiative dienen dazu, sich von anderen abzuheben - und sind oft eine wichtige Voraussetzung für den Weg ganz nach oben, auch im öffentlichen Dienst.
  • Übernahme von Verantwortung: Besonders wichtig ist es, Verantwortung übernehmen zu können – vor allem, wenn das frühzeitig im Lebenslauf geschieht. Möglich ist das unter anderem durch die Leitung von Projekten.
  • Spezialisierung ausbauen: Expertenwissen in einem gefragten Bereich kann Ihre Karrierechancen extrem verbessern. Man sollte also nicht verpassen, sich auf bestimmte Arbeiten, Bereiche oder Fähigkeiten zu spezialisieren.
  • Bewerbung auf Führungspositionen: Achten Sie kontinuierlich auf Ausschreibungen für höhere Positionen und bewerben Sie sich aktiv - auch bei anderen Arbeitgebern ihres Spezialgebietes.
  • Überdurchschnittliche Leistungen erbringen: Bei Leistungen, die besonders überdurchschnittlich sind, kann die nächsthöhere Stufe mitunter schneller erreicht werden. Und damit natürlich auch ein deutlich besseres Gehalt.

Was Sie außerdem dringend beachten sollten:

  1. Geduld und Ausdauer beweisen: Eine Karriere im öffentlichen Dienst kann streckenweise (gerade in den ersten Jahren) langsamer verlaufen als in der Privatwirtschaft. Das sollten Sie sich bereits im Vorhinein bewusst machen.
  2. Beförderungs- und Gehaltsstrukturen verstehen: Informieren Sie sich über die geltenden Beförderungs- und Gehaltsstrukturen, da diese oft in einem gewissen Rahmen pro Behörde, Amt oder Bereich individuell festgelegt sind und wenig Verhandlungsspielraum bieten.
  3. Arbeitsort karriereorientiert wählen: Oftmals entscheidet man nicht selbst, an welchem Ort man arbeitet. Für einen Wechsel des Standortes müssen spezifische Bedingungen erfüllt werden. Gründe dafür könnten unter anderem bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder das Streben nach einer höheren Position sein.

Um nachhaltig und schnell aufzusteigen, ist es entscheidend, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, sichtbare Erfolge zu erzielen und ein gutes Netzwerk aufzubauen. Die Bereitschaft, über den eigenen Aufgabenbereich hinaus Verantwortung zu übernehmen und sich mit den Zielen der Organisation zu identifizieren, ist ebenfalls wichtig.

Hochschulabschlüsse für eine (steile) Karriere im öffentlichen Dienst

Möchte man in eine der Laufbahngruppen gehobener oder höherer Dienst, führt der Weg in den meisten Fällen nicht an einem Studium vorbei. Für jeden Bereich im öffentlichen Dienst sind dabei bestimmte Studiengänge passend. So gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Büro, Verwaltung: Public Management oder Verwaltungswissenschaften
  • Kaufleute, Finanzen: Betriebswirtschaftslehre, Finanzwissenschaft oder Diplom-Finanzwirt (FH)
  • Technische Berufe: Ingenieurwissenschaften, zum Beispiel Bauingenieurwesen oder Elektrotechnik
  • Erziehung, Sozialwesen: Pädagogik, Sozialpädagogik oder Sozialarbeit
  • Gesundheitswesen: Gesundheitsmanagement oder Gesundheitswissenschaften
  • Ärzte: Medizinstudium mit Staatsexamen
  • Pflege: Studium in der Pflegewissenschaft
  • Leitende Funktion: Public Administration, Betriebswirtschaft oder verwandte Bereiche
  • Polizei, Justiz, Recht: Kriminologie, Rechtswissenschaften (Staatsexamen für höheren Dienst)
  • Tourismus, Sport, Kultur: Kulturmanagement, Sportwissenschaft oder Tourismusmanagement
  • Medien, Marketing: Kommunikationswissenschaften, Medienwissenschaften oder Marketing
  • Personalwesen: Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Personal, Personalmanagement
  • IT, Datenverarbeitung: Informatik oder Wirtschaftsinformatik
  • Bauwesen, Architektur: Bauingenieurwesen, Architektur
  • Forschung, Hochschule: Promotion in relevanten Fachgebieten

Bewerber aufgepasst: Jetzt kann es losgehen!

Ganz gleich, ob die Karriereleiter traditionell oder ambitioniert erklommen wird: Der öffentliche Dienst präsentiert eine facettenreiche Bandbreite an Möglichkeiten. Ein erfolgreicher Einstieg erfordert dabei eine sorgfältige Vorbereitung, gefolgt von einer fortwährenden persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung. Sind sämtliche Voraussetzungen erfüllt, bleibt nur noch der Schritt der Bewerbung. Für einen nachhaltigen Aufstieg sind zudem Geduld, Ausdauer sowie ein hohes Maß an Engagement unerlässlich. Sie wollen gleich loslegen? Die passenden Einsteigerstellen im öffentlichen Dienst sind nur einen Klick entfernt!